Sonntag, 17. Juni 2018

Neues Insektizid - für Bienen wirkich so harmlos?

Wissenschafts-Wochenende im v-mag: diesmal über ein Insektizid, das laut Hersteller Schadinsekten effektiv eindämmen, zugleich aber die meisten Nützlinge nicht beeinträchtigen soll.

Neonicotinoide oder Neonikotinoide sind chemisch hergestellte Wirkstoffe, die als Insektenvernichtungsmittel eingesetzt werden. Sie binden sich an den Nikotinischen Acetylcholinrezeptor (nAChR) von Nervenzellen und stören somit die Weiterleitung der Nervenreize - sie agieren also als Nervengifte.

Doch solche Insektizide bekämpfen nicht nur Schädlinge; sie sind u.a. auch eine Gefahr für nützliche Insekten, die zur Erhaltung von Wild- und Kulturpflanzen erheblich beitragen - z.B. Bienen.

Ihre ökologische Bedeutung ist beträchtlich; die fleißigen Tierchen zählen weltweit zu den wichtigsten Bestäubern. Hinzu kommt, dass Honigbienen aus dem Nektar der Pflanzen den auch bei Menschen beliebten Honig produzieren.


Mittlerweile wurde das Verspühen von drei Neonikotinoiden auf europäischen Freiland-Äckern via EU-Ausschuss verboten (Clothianidin, Thiamethoxam, Imidacloprid). In Gewächshäusern sind die Neonikotinoide aber weiterhin erlaubt. Außerdem gibt es neben den nun verbotenen Mitteln noch weitere "Neonics", die ohne Einschränkung eingesetzt werden dürfen - was Umweltschützer und kritische Verbraucher alles andere als erfreut.

Was liegt also näher für gewinnorientierte Chemiekonzerne, als Pestizide zu entwickeln, die eine praktische Alternative für Landwirte zu den bienenschädlichen Neonikotinoiden darstellen?

Eine Wissenschaftlerin der Uni Würzburg hat ein entsprechendes Mittel an Bienen getestet - mit besorgniserregenden Ergebnissen:

Video: BR auf YouTube

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