Sonntag, 1. Juli 2018

Bakterien statt Labortiere

Wissenschafts-Wochenende im v-mag: diesmal mit besonderen Antikörpern, die im Blut von Kamelen und Alpakas gebildet werden - und die in der Forschung zukünftig eine wichtige Rolle spielen könnten.

Antikörper sind im Immunsystem der Menschen und anderen Wirbeltieren dazu da, sie vor Krankheitserregern zu schützen. Gleichzeitig gelten sie aber auch als unverzichtbare Werkzeuge für die Forschung; zum Beispiel für die Mikroskopie.

Für diese Zwecke werden die Antikörper aus dem Blut von Eseln, Ziegen oder Kaninchen gewonnen. Dafür wird den Tieren eine bestimmte Menge einer Substanz injiziert, die Forscher untersuchen wollen. Die Tiere bilden gegen den Stoff dann Antikörper. Weltweit nutzen tausende Forschungslabors diese Abwehrstoffe - und entsprechend hoch ist der Bedarf an Tieren.

Forscher am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen ist es gelungen, eine Alternative zu entwickeln, mit der sich die Zahl benötigter Labortiere für die Antikörperherstellung künftig drastisch reduzieren lässt: sogenannte Nanobodies.

Diese Nanobodies sind Fragmente besonders einfach aufgebauter Mini-Antikörper aus Kamelen und ihren Verwandten, den Alpakas. Die Göttinger Wissenschaftler können die Nanobodies mit Hilfe von Bakterien in beliebiger Menge herstellen. Mehr dazu in diesem Video:

Video: MaxPlanckSociety auf YouTube

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